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Gründungsgeschichte der Pfarrgemeinde St. Winfried,
Schon wenige Jahre nach der Wahl Bonns zum provisorischen Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland setzte im Bonner Süden eine rasante Entwicklung ein, die nicht nur den Sektor Regierungsbauten betraf. Auch beim Wohnungsbau zwischen der B 9, der sog. Diplomatenrennbahn, einerseits und er Gronau bzw. der späteren Rheinaue andererseits waren große Aktivitäten zu verzeichnen. Zu den wenigen Alteingesessenen kamen viele hundert Neubürger; der Stadtteil entwickelte sich zum sog. „Johanniterviertel“ nach dem großen Johanniterkrankenhaus in seinem Zentrum. Von Anfang an bedrückte es die alten und neuen Bürger, dass es praktisch an einer seelsorglichen Betreuung und an einem Kommunikationstreffpunkt mangelte. Die umliegenden Pfarreien St. Quirinus in Dottendorf, St, Nikolaus in Kessenich und St. Elisabeth in Bonn-Süd lagen alle jenseits der trennenden Bahninie mehrere Kilometer entfernt und waren mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht direkt zu erreichen.
Daneben galt es noch weitere wichtige Dinge zu regeln. Von beson- derer Bedeutung war die seelsorgliche Betreuung der Gemeinde. Im Zeichen des auch damals schon vorhandenen Priestermangels fragte die Erzdiözese bei den Orden an. Nach Absagen der Franziskaner und der Dominikaner sagten schließlich die Salesianer Don Boscos zu, eine Niederlassung hier zu gründen und neben der Seelsorge für die Pfarrei auch die für das Johanniterkrankenhaus zu übernehmen. Verhandlungsführer und Koordinator für die Absprachen war der da-malige Provinzial der Salesianer, Pater Wilhelm Diebold, der später dann bis zu seinem Tode auch in der neuen Niederlassung lebte und wirkte. Der Generalobere der Salesianer erteilte die Genehmigung, weil den Salesianern eine pfarreiübergreifende Jugendarbeit geneh-migt und ermöglicht wurde. Gründe hierfür waren die Nähe zu Re-gierungsstellen für Jugendprobleme und Entwicklungshilfe und zu den ausländischen Botschaften. Das war die grundlegende Entscheidung für die zukünftige Missionsprokur und auch für den Verein Jugend Dritte Welt.
Bauarbeiten für St.-Winfried-Kirche begannen.
Bonifatius’ Geist soll lebendig bleiben – Urkunde und Münzen eingemauert – Kirche, Turm und Pfarrhaus bis 1968 vollendet? Die liturgische Handlung nahm Stadtdechant Hermann Josef Stumpe vor. Pater Janssen stellte den Patron der neuen Kirche als Apostel der Deutschen, St. Bonifatius, vor, der vormals den Namen Winfried trug. Sein großer Eifer um Glaube und Volk solle in der neuen Pfarrei lebendig bleiben. Die Grundsteinlegung wurde in drei Teilen vollzogen: Segnung des Kirchplatzes, die Segnung des Grundsteins und die eigentliche Grundsteinlegung. Diese wurde nur noch symbolisch vorgenommen, da der zweieinhalb Zentner schwere Grundstein wegen seines Gewichtes schon eingemauert worden war. Drei Hammerschläge Die Grundsteinlegung fand mit den traditionellen drei Hammerschlägen und den samit verbundenen Wünschen der Gäste ihren Abschluß. Stadtdechant Stumpe hoffte, dass in dieser Pfarrei nach dem Vorbild von St. Winfried-Bonifatius die Einheit im Glauben erhalten bleiben wird. Ihm schlossen sich an Bürgermeister Kraemer, Oberstadtdirektor Dr. Hesse, Stadtdirektor Hüwel, Polizeipräsident Dr. Portz und Architekt Kleefisch. Bischof Kunst sagte: „Ich grüße Sie alle für die evangelische Christenheit in Deutschland. Gott der Herr bestätige in dieser Gemeinde seine Zusagen: Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein.“
St.-Winfried-Kirche feierlich eingeweiht – Reliquien der Stadtpatrone im Altar beigesetzt.
Bonner Rundschau 16. Dezember 1968 An der Weihehandlung nahmen Oberbürgermeister Dr. Wilhelm Daniels und Oberstadtdirektor Wolfgang Hesse sowie zahlreiche prominente Mirglieder der Pfarrgemeinde teil.……… In einer feierlichen Prozession wurden anschließend die Reliquien der Bonner Stadtpatrone, Cassius und Florentius, des Pfarrpatrons St. Winfried (Bonifatius) und des Patrons der Salesianergemeinschaft, Don Bosco, in die Kirche getragen. Bischof Frotz setzte die Gebeine dann im Altar bei und vermauerte das Grab mit einem Stein. In jedem Altar, auf dem das Messopfer gefeiert wird, muß sich ein Reliquiengrab befinden. …… ……Im Anschluß an die Konsekration feierte der kirchliche Würdenträger in Konzelebration mit zwölf Geistlichen, zusammen mit der Gemeinde, das erste heilige Meßopfer in der Kirche. In seiner Predigt ging der Kölner Weihbischof von der Lesung und dem Evangelium des Sonntags aus und stellte die Frage, ob denn der Mensch in der heutigen Zeit wirklich den Herrn erwarte und ob er daraus seine Konsequenzen ziehe und sich bemühe, dem Herrn „den Weg zu bereiten“. Die Folgerungen müsse jeder selber ziehen, der erkenne, dass Gott für die Probleme der Welt und die seelische Not des Einzelnen eine Lösung habe. ……………. |
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